Unsere Empfehlungen für den Ausgang von Jugendlichen – klare Regeln bringen Vorteile!

Ausgang ist ein Dauerthema in Familien mit heranwachsenden Kindern. Immer wieder kommt es zu Verunsicherungen von Eltern, weil es schwierig ist, allgemeingültige Regeln aufzustellen. Dass es aber Regeln braucht, damit der Ausgang nicht ständig in einem Konflikt ausartet, darin sind sich die meisten Eltern einig. Sinnvolle Regeln berücksichtigen sowohl das Alter des Kindes/Jugendlichen als auch die Art des Ausgangs.

Mit unserer Empfehlung möchten wir Eltern und Erziehungsberechtigte unterstützen. Wir orientieren uns dabei einerseits an der Sichtweise der Schule, der Beratungsstelle und an ausgewählter Fachliteratur und andererseits an den Bedürfnissen der Heranwachsenden. Nur ausreichend ausgeruhte Schülerinnen und Schüler sind in der Schule aufnahmebereit für neue Lerninhalte und können Leistungen erbringen, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Daneben brauchen sie aber auch Freiräume, um sich zu entspannen, sich mit Gleichaltrigen zu treffen, einem Hobby nachzugehen und Erfahrungen ausserhalb von Familie und Schule zu sammeln.

Unsere Empfehlung
Legen Sie klare Regeln für den Ausgang fest und handeln Sie mit Ihren Heranwachsenden aus, wie die konkrete Umsetzung geschehen soll und mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist bei einem Regelverstoss.

Zeitliche Richtwerte

Kinder unter 12 Jahren: kein Ausgang

Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren: werktags kein Ausgang, am Wochenende bis spätestens 21 Uhr.

Jugendliche ab 14 Jahren: werktags bis spätestens 21 Uhr,  am Wochenende bis 22 Uhr, in Ausnahmefällen auch länger (Ausnahmen sollten aber klar geregelt werden).

Merkpunkte für Eltern

  • Wir wissen, wo sich unser Kind befindet. Machen Sie ab und zu eine Kontrolle, um sicher zu sein, dass ihr Kind auch dort ist.
  • Wir wissen, mit wem unser Kind unterwegs ist.
  • Unser Kind teilt uns mündlich oder telefonisch (keine SMS) mit, wenn es woanders als abgemacht hingeht oder die abgemachte Zeit nicht einhalten kann.
  • Wir vertrauen unserem Kind. Eltern müssen nicht bis ins letzte Detail informiert sein, was ihr Kind macht. Thematisieren Sie allerdings jeglichen Vertrauensmissbrauch und handeln sie neue Regeln aus.
  • Wir interessieren uns für das, was unser Kind vom Ausgang erzählt. Wir fragen nach.
  • Wir erkennen, in welchem psychischen und körperlichen Zustand unser Kind nach Hause kommt. Wir merken, wenn etwas nicht stimmt, thematisieren es und vereinbaren mit dem Kind mögliche Konsequenzen (z.B. vorübergehende Streichung des Ausgangs, Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin, Beratung an einer Fachstelle etc.).
  • Wir sind darum besorgt, dass unser Kind sicher nach Hause kommt.

Die Verantwortung für das Verhalten von Jugendlichen im Ausgang liegt bei den Eltern. Heranwachsende merken schnell, dass ihnen Vertrauen geschenkt und Freiräume gewährt werden, wenn sie sich an Abmachungen halten und transparent informieren.