1. Geregelter Tagesablauf

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind am Morgen ein gesundes Frühstück erhält, einen Znüni oder Zvieri mitnehmen kann (keine Süssigkeiten, keine Gipfeli) und nehmen Sie sich beim Mittag- oder Abendessen genug Zeit, um den Erzählungen Ihres Kindes zuhören zu können.

2. Schlafen

Während der Primarschule sind mind. 9 Stunden Schlaf nötig!

Erst- und Zweitklässler: um 19.30 — 20.00 Uhr ins Bett

Dritt- und Viertklässler: um 20.15 — 20.45 Uhr ins Bett

Fünft- und Sechstklässler: spätestens 21.30 Uhr ins Bett

Das Zu-Bett-Gehen soll immer möglichst gleich ablaufen: z.B. Pijama anziehen — Zähne putzen — Gute-Nacht-Geschichte – Gute-Nacht-Kuss – Licht löschen!

3. Hausaufgaben

Ziel ist es, dass die Kinder sie allein lösen. Seien Sie in der Nähe, kontrollieren Sie, aber erledigen Sie die Aufgaben nicht für das Kind; so lernt es gar nichts, und die Lehrerin weiss nicht einmal, was es nicht verstanden hat.

Zusätzliches Uben: mit der Lehrerin besprechen, Zeit (z.B. 10 — 15 Min.) vorher abmachen, Wecker/Timer stellen und sich genau daran halten. Loben Sie, was es gut gemacht hat!

4. Regeln / Abmachungen

Ohne verbindliche Regeln (Leitlinien), auf die sie sich verlassen können, werden Kinder oft haltlos, können Ängste entwickeln, besonders provozierend oder tyrannisch werden. Regeln müssen aber vernünftig und klar sein. Es müssen sich Kinder und Eltern an die getroffenen Abmachungen halten. Regelverletzungen müssen Konsequenzen haben, die logisch und sinnvoll sind. Ein Nein IST und BLEIBT ein Nein! Deshalb überlegen Sie sich zuerst, ob Sie nein sagen wollen und drohen Sie nie mit Konsequenzen, die Sie nicht einhalten können/wollen. Strafen Sie nicht mit Liebesentzug (z.B. nicht mehr mit dem Kind sprechen), es ist grausam und schadet dem Kind.

5. Freizeitgestaltung / Freundeskreis

Sie sollen wissen, mit wem Ihr Kind zusammen ist. Interessieren Sie sich für seine Freunde, für seine Hobbys. Achten Sie auf gemeinsame Aktivitäten, die allen Freude bereiten.

6. Ausgang

Mit Jugendlichen aushandeln! (unter der Woche eher zurückhaltend, am Wochenende bis 22.00 Uhr, einmal pro Monat darf es später werden). 12 — 14 Jahre: unter der Woche kein Ausgang, am Wochenende bis 21.00 Uhr. Unter 12 Jahren soll Ausgang eher Ausnahme sein (meist im Zusammenhang mit Jugendgruppe, Klasse, Verein). Sie müssen wissen, wo Ihr Kind und mit wem es ist, und Ihr Kind muss sich melden, wenn sich etwas ändert.

7. Fernsehen / Computer und Handy

Der TV ist kein Babysitter! Kinder müssen den Umgang mit Medien lernen — von Ihnen! Kinder sollen höchstens 1 Stunde täglich vor dem Bildschirm sitzen (inkl. PC-Games, Nintendo, Handy Spiele etc.) Je jünger, desto weniger: bis zur 2. Klasse max. 30 Minuten. Achten Sie darauf, dass das Programm auf das Alter des Kindes abgestimmt ist. „Vielseher“ haben schlechtere SchuInoten; schockierende Bilder überlagern das zuvor Gelernte im Kurzzeitgedächtnis. Generell gilt: Nie am Morgen vor der Schule TV schauen und KEINEN FERNSEHER IM KINDERZIMMER.

Handy: Nur Prepaid (so entstehen keine horrenden Telefonrechnungen). Achtung auf die Gefahren des unkontrollierten Internetzugangs via Handy (Chatten, Pornoseiten mit Pädophilenkontakten, Glücksspielangebote…)

8. Taschengeld

Es soll den Kindern helfen, den selbständigen Umgang mit Geld zu lernen und seinen Wert einzuschätzen. Die Erfüllung eines grösseren Wunsches setzt den Verzicht auf einige kleinere voraus. Das Geld darf selber verwaltet werden, d.h. es „darf“ alles auf einmal für „Unsinniges“ ausgeben (und helfen Sie ihm auf keinen Fall mit einem „Vorschuss“ oder „Kredit“ aus — nur so lernt es, das Vorhandene einzuteilen, statt Schulden zu machen)! Taschengeld soll weder eine Belohnung für gute Leistungen sein noch zur Strafe entzogen werden!

Die Budgetberatung gibt folgende Empfehlungen ab:

1.-4. Klasse:

  1. 1 Franken pro Schuljahr, Betrag pro Woche

ab der 5. Klasse

  1. 15-25 Franken pro Monat für 11- bis 12-Jährige
  2. 25-35 Franken pro Monat für 13- bis 14-Jährige
  3. 35-50 Franken pro Monat für 15- bis 16-Jährige

9. Keine Gewalt in der Erziehung!

Geschlagene Kinder entwickeln kein gutes Selbstwertgefühl, sie wenden in Konfliktsituationen eher als andere selber Gewalt an. Kinder brauchen Liebe, Anerkennung und Lob. Keine Körperstrafen! Wenn Sie trotz allem die Geduld verlieren: STOPP! Erst nachdenken — dann handeln (z.B. zuerst bis 20 zählen)! Abstand gewinnen, entspannen, nachdenken — und sich selber etwas zuliebe tun! Sie müssen spüren, dass Sie innerlich und äusserlich „herunter gefahren“ sind, bevor Sie wieder zum Kind gehen. Im Notfall rufen Sie 071 244 20 20 an (,‚Eltern-Notruf“). Und wenn es trotzdem mal passiert…. auch Eltern können sich entschuldigen.

10. Zusammenarbeit Eltern — Schule

Die Schule ist nicht nur Sache des Lehrers! Führen Sie regelmässige Gespräche mit der Lehrperson und machen Sie ab und zu einen Schulbesuch. Ihr Kind soll merken, dass Sie Schule (und Hausaufgaben machen) wichtig finden und dass Sie einen guten Kontakt mit dem Lehrer haben.

 

Hier können Sie die ganze Broschüre in Italienisch, Spanisch, Englisch, Portugiesisch, Türkisch, Kroatisch/Serbisch/Bosnisch, Albanisch, Tamilisch als PDF herunterladen > Schulpsychologischer Dienst, Kanton St.Gallen